Geisels Plan für Musikmuseum ohne Rücksicht auf Sanierungsstau in der Kultur

Geisels Plan für Musikmuseum ohne Rücksicht auf Sanierungsstau in der Kultur
21.07.2020

Die CDU-Ratsfraktion reagiert scharf auf OB Geisels Plan zur Schaffung eines Museums für die jüngere Düsseldorfer Musikgeschichte. Der Vorschlag komme zur Unzeit, kritisiert die Union. Zuerst müssten die vorhandenen Kulturgebäude saniert und städtische Institute teilweise besser ausgestattet werden, bevor an eine neue Einrichtung zu denken sei. Geisel vernachlässige Traditionshäuser wie Goethe- und Theatermuseum und riskiere deren Zukunft.

Bürgermeister Friedrich G. Conzen, Vorsitzender im Kulturausschuss, findet deutliche Worte: „In unserer Kulturlandschaft gibt es genug Baustellen, um die sich der OB kümmern sollte, bevor er ein neues Museum an den Start bringt.“ So betrage der kurzfristige Mittelbedarf für die Sanierung der Kulturgebäude geschätzt 147 Millionen Euro, mittelfristig sogar 275 Millionen Euro. Darunter fielen die schon beschlossenen Umbauten am Ehrenhof sowie die notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Opernhaus zur Betriebssicherung. „Offenbar blendet OB Geisel diesen finanziellen Kraftakt in Corona-Zeiten bewusst aus. Das ist verantwortungslos.“

Goethe- und Theatermuseum in Not
Wie dringend Sanierungs- und Ausstattungsbedarf seien, zeige sich derzeit an Goethe- und Theatermuseum, so Conzen. „Deren Not ist groß. Es hat den Anschein, als wollte Herr Geisel beide Häuser ausbluten lassen.“ Das Goethe-Museum habe in diesem Jahr schon mehrfach wegen defekter Elektro-Leitungen schließen müssen. „Und das Theatermuseum soll ins KAP1 umziehen, erhält aber dort keine Mittel für eine angemessene Dauerpräsentation.“ Conzen betont, dass er deswegen Anfang Juli gemeinsam mit Grünen und FDP an den OB geschrieben habe. „Die Politik hat im Mai 2017 beschlossen, dass das Theatermuseum eine Dauerausstellung im künftigen Bibliotheksgebäude am Bahnhof bekommt. Wir haben in unserem Brief gefragt, wann und wie OB Geisel diesen Willen der Politik ausführt. Vor allem wollten wir wissen, wann er das fehlende Geld für das Theatermuseum im KAP1 bereitstellt. Bis heute ist er uns die Antwort schuldig geblieben.“