Lärmschutz für Angermund: „OB stellt sich ins Abseits“

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Lärmschutz für Angermund: „OB stellt sich ins Abseits“

13.03.2017

Die CDU-Ratsfraktion findet das Verhalten von OB Geisel in Sachen RRX-Lärmschutz befremdlich. Geisel zeigte sich letzten Freitag im Rat skeptisch, was Vorteile und Erfolgschancen der Einhausung betrifft. In der Abstimmung über den gemeinsamen Antrag von CDU und Ampel zur weiteren Prüfung der Deckel-Lösung enthielt er sich demonstrativ.

Ratsherr Andreas Auler aus Angermund macht Geisel Vorwürfe: „Der OB schmälert und schwächt mit seiner Haltung das berechtigte Anliegen des Rates. Wie soll uns die Deutsche Bahn ernst nehmen, wenn es unser Stadtoberhaupt gerade nicht tut? Steht Geisel etwa bei der Bahnspitze im Wort? Soll er als Gegenleistung den Bahnhofvorplatz in der City verschönern dürfen, wenn er dafür den Angermunder Lärmdeckel verhindert? Der Verdacht drängt sich auf.“

Der von CDU und Ampel einstimmig im Rat verabschiedete Appell an die Bahn sei ein klares Signal: „Alle Fraktion wollen eine vertiefte Prüfung der Einhausungs-Variante für Angermund. Da müssen wir doch erwarten können, dass sich der OB nicht ins Abseits stellt, sondern mit uns an einem Strang zieht.“

Lärmschutz zur Chefsache machen
Denn die Menschen, die an den Bahnstrecken leben, hätten laut Auler Anspruch auf den vollen Einsatz ihres Oberbürgermeisters. „Lärmschutz liegt überall in Düsseldorf im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Für Geisel ist es höchste Zeit, das zur Chefsache zu machen – wie die Tour de France.“
Insofern sei es für die CDU-Fraktion auch nicht hinnehmbar, Stadtteile gegeneinander auszuspielen. „Ob beim RRX in Angermund oder bei den Güterzügen in Rath und Eller: Politik muss flächendeckend für den bestmöglichen Lärmschutz eintreten. Ohne Wenn und Aber“, betont Auler.

Jarzombek am Zug
Thomas Jarzombek, Verkehrspolitiker und Chef der CDU Düsseldorf, begrüßt den Ratsbeschluss zur Einhausung: „Ich freue mich über dieses starke Signal aus dem Rat. Es hilft mir, bei der Bahn dafür zu werben, beide Varianten – Lärmschutzwände und Lärmdeckel – gleichberechtigt im Blick zu behalten und zu planen. Im gesamtstädtischen Interesse setzte ich dabei auf die Unterstützung meines Bundestagskollegen Andreas Rimkus von der SPD sowie auf die Stadtverwaltung. Der gemeinsame Schulterschluss war schon einmal erfolgreich, als es um den künftigen RRX-Halt in Benrath ging.“